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Bürgermeister Otto Hofmann

 1901 - 1952

 

Otto Hofmann wurde am 6. September 1901 als Sohn von Friedrich Hofmann und seiner Frau Berta in Untermünstertal geboren. Dort wuchs er zusammen mit sechs Brüdern und drei Schwestern im Elternhaus auf und besuchte die Volksschule.

Anschließend erlernte er das Schuhmacherhandwerk und ging dann auf die „Walz“. Danach eröffnete er in Utzenfeld eine Schuhmacherwerkstatt. Inflationsbedingt war die Zahlungsmoral seiner Kundschaft jedoch so schlecht, dass er in der Kammgarnweberei in Schönenbuchen eine neue Arbeit fand. Dort lernte er seine spätere Frau, Rosa Knobel aus Aitern, kennen. Die Hochzeit fand 1928 statt. Das Ehepaar zog in eine Werkswohnung in Schönenbuchen. Aus der Ehe gingen 1 Sohn und zwei Töchter hervor.

Im Jahr 1937 kam Otto Hofmann mit seiner Familie nach Aitern in das Elternhaus seiner Frau, welches ihm überschrieben wurde, und betrieb mit Rosa nebenher noch die kleine Landwirtschaft. Er sang im Kirchenchor Schönau und in dem Männergesangverein Aitern.

Von 1939 bis 1940 gehörte er der Organisation Todt an, die die Befestigung der deutschen Westgrenze  (Westwall) organisierte. Er nahm am Frankreichfeldzug und an der Besetzung Norwegens teil und war dann in Bergen stationiert. Auf einem Heimaturlaub bewies er Zivilcourage, indem er auf dem Schiff, eingeteilt zur Bewachung von Gefangenen, auf deren inniges Bitten Briefe von ihnen an Angehörige weiterleitete, damit diese wussten, wo sie geblieben waren.

Bei Kriegsende kam er als Obergefreiter kurz in amerikanische Gefangenschaft, aus der er noch 1945 nach Aitern ohne weitere Auflagen entlassen wurde.

Nachdem Bürgermeister Lais die Ausübung seiner Amtsgeschäfte untersagt war, wählte der Gemeinderat Otto Hofmann zum Bürgermeister. 1946 verfügte der Befehlshaber der französischen Besatzungszone mit einer Verordnung Kommunalwahlen auf Gemeindeebene. Bei dieser 1. Wahl nach dem Kriege wurde Otto Hofmann zum Bürgermeister gewählt.

Er musste der Gemeinde in einer äußerst schwierigen Zeit vorstehen. Als Vorsitzender des örtlichen Entnazifizierungsausschusses hatte er die politische Beurteilung von Mitbürgern vorzunehmen und weiterzuleiten. Der Hunger und die Lebensmittelmarken regierten im ganzen Land. Die Gemeinde konnte nur den Mangel verwalten.

Die anfängliche Skepsis einiger gegen den Eingeheirateten wich jedoch bald breiter Zustimmung und Unterstützung. Politisch war man noch französisch besetzt und hatte alles von der Besatzungsbehörde genehmigen zu lassen. In diese Zeit fielen 1947 eine Verfassung durch Volksabstimmung für ein selbständiges Land Baden sowie die Neugründung des Männergesangvereins, 1948 die Währungsreform, 1949 die Verabschiedung des Grundgesetzes, die Auflösung der Militärregierung und der Beitritt Badens als Bundesland zur Bundesrepublik Deutschlands, 195o die Volksbefragung und 1951 die Volksabstimmung zum Zusammenschluss des Landes Baden mit Württemberg.

In seine Amtsperiode fallen die Elektrizitätsversorgung von Rollsbach sowie die ersten Schritte für eine zentrale Wasserversorgung. Erste Überlegungen zum Bau einer Dorfkapelle wurden angestellt. Besonders schwierig erwies sich die Aufgabe der Zuweisung von Wohnraum für Flüchtlinge, wobei auch er selbst eine 5-köpfige Flüchtlingsfamilie aufnahm.

Otto Hofmann starb überraschend am 28.12.1952 im Krankenhaus Schopfheim nach einer Blindarmoperation.


 

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