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Zur Glocke auf dem Rathaus in Aitern

( Rudolf Mathä )

Bereits auf dem Dach des 1. Schulhauses von Aitern (erbaut 1819) befand sich ein Glockenturm mit Glocke. 1910 wurde dieses Gebäude abgerissen und durch ein neues Schul-und Rathaus ersetzt. Bilder vom Richtfest zeigen den Dachstuhl ohne Glockenturm, ebenso ein Bild mit kompletter Dacheindeckung. Wann der Turm hinzukam, ist noch nicht bekannt.

Es ist anzunehmen, dass er noch vor dem I. Weltkrieg, eventuell unter Verwendung der alten Schulglocke, errichtet wurde. In der Inflationszeit hätte dafür sicher das Geld  gefehlt. Ob die Glocke während desKrieges abgegeben werden musste und eingeschmolzen wurde, ist nicht bekannt. Es bestand ein Sparbuch der Gemeinde mit dem Namen "Glocke" unter der Nummer 2119.

Die heutige Rathausglocke wurde 1922 von einem „heimwehkranken“ Aiterer gespendet und wird noch heute von Hand täglich geläutet.
Es ist eine Bronceglocke ( dur ) mit einem Gewicht von 46 kg, einem Durchmesser von 42,6 cm und in der Tonlage a der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe. Sie kostete 4.600,--Mark. Im Kaufvertrag ist festgehalten, dass "die alten dorthabenden Armaturen wie Joch, Klöppel, Schrauben, Bänder etc. einzusenden sind".

Als Spender der Glocke wurde der "heimwehkranke" Aiterer Johann Kiefer  (Bild Mitte, stehend mit seinen Brüdern)  auf ihr eingegossen. Er verband damit den Wunsch, dass er in der Heimat nicht vergessen würde. Geboren wurde er am 26. März 1855 als ältester von 3 Brüdern. Er wanderte nach Brunnen in der Schweiz aus, wo er ein Lebensmittelgeschäft und eine Bändelfabrik betrieben haben soll. Kontakte zwischen den Familien Kiefer in die Schweiz bestand noch bis Anfang der 50-er Jahre. Johann Kiefer starb 1945.

Die eingegossene Inschrift mit Hinweis auf die Giesserei lautet:

Gestiftet von Johann Kiefer
aus Brunnen/Schweiz 1922
geg. Karlsruhe
Gebr. Bachert


Johann Kiefer (Bildmitte) mit seinen Brüdern
Alois (links) und Karl (rechts)
Bild etwa 1926
Johann Kiefer (Bildmitte) mit seinen Brüdern Alois (links) und Karl (rechts) Bild etwa 1926

 

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